Wa(h)re Psychotherapie?!
Die Ware Psychotherapie und die Wahrheit des Patienten.
16. Rheinische Allgemeine PSYCHOtherapietage, Königswinter
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Donnerstag 21.10.2010 |
Freitag 22.10.2010 |
Samstag 23.10.2010 |
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09:30-11:00 h Vorträge |
Dr. Jürgen Junglas, St. Augustin:
Prof. Dr. Gottfried Fischer, Köln: Traumatherapie heute
Dr. Renate Beckmann, Köln: |
Reiner Schwarz, Köln:
Prof. Dr. Jörg Fengler, Köln:
Annelie Dott, Köln: |
Uschi Gersch, Köln:
Dr. Bertram von der Stein, Köln:
Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Köln: |
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pause mit kaffee |
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11:30-13:00
h Parallel-Workshops |
W1: Prof. Dr. Reinhard Maß, Renate Bauer, Gummersbach: Sexualtherapie 1
W2: Martin Petelkau, Lingen: Naikan und Jin Shin Jyutsu in Psychotherapie
W3: Ralf Cramer, Bonn:
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W8: Barbara Groth, Kleve: W9: Reiner Schwarz, Köln: W10: Annelie Dott, Köln: W11: Irene Vigener, Köln: |
W15: Dr. Bertram von der Stein, Köln:
W16: Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Köln: W17: Jürgen Vogt, Köln: |
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pause mit imbiss |
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14:00-15:30 h Vorträge |
Peter Giesers, Köln: Der heimliche Dritte im Bunde - Die Macht des Geldes
Klaus Niel, Köln:
Anne M. Lang, Bonn: Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Arbeit? |
PD Dr. Michael Kusch, Bochum:
Alexandra Miethner, Bonn:
Frauke Nees, Petra Daiber, Karlsruhe: Kreativitätstraining |
Micha Hilgers, Aachen:
Dr. Rolf Tüschen, Bonn: Ambulante Psychotherapie – keine Ware für Ältere?
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pause mit kaffee |
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16:00-17:30 h Parallel-Workshops |
W4: Klaus Niel, Köln: W5: Prof. Dr. Reinhard Maß, Renate Bauer, Gummersbach: Sexualtherapie 2 W6: Anne M. Lang, Bonn: Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Arbeit? W7: Xenia Scherz, Bad Honnef: |
W12: Frauke Nees, Petra Daiber, Karlsruhe: Kreativitätstraining
W13: Sabine Kühlich, Köln:
W14: Gerhild von Müller, Köln: |
W18: Dr. Karin Junglas, Bonn:
W19: Wolfgang Erhardt, Hennef:
W20: Dr. Dr. Bernhard Wegener, Berlin: |
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pause |
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18:00 – 19:30 h |
-Änderungen vorbehalten- 04.09.2010 |
Gesellige Zusammenkunft Auerbach-Keller; Mitgliederversammlung gap-ev. |
Büchertisch:
Bücherstube St. Augustin; www.buecherstaugustin.de
Preise: beinhalten Verpflegung (Kaffee etc., Mittagsimbiss),
Tagungsband, Bescheinigungen etc.
Punkte 3 x 8 Punkte Kategorie Vorträge mit Diskussion = 24 Punkte (Ärztekammer
Nordrhein)
Dr.med. Renate Beckmann,
Ärztin für
Verhaltenstherapie, Am Weidenpesch 7, 50858 Köln, www.vt-praxis-drbeckmann.de;
niedergelassene ärztliche Verhaltenstherapeutin - seit
1998 Aufbau des Praxisschwerpunktes ADHS im Erwachsenenalter – Durchführung von
Diagnostik und Verhaltenstherapie im Einzel- und bis Ende 09 auch im
Gruppensetting. 2003 Gründung eines QZ „ADHS im Erwachsenenalter,
fachübergreifend“. Mitglied der Lenkungsgruppe des ADHS-Netz Köln und damit
auch Mitglied des ZAN, zentrales ADHS-Netz. Persönliche Homepage www.adhs-diagnose.de
ADHS
im Erwachsenenalter
Die Referentin wird versuchen, einige der vom
Veranstalter aufgeworfenen Fragen am Beispiel der ADHS im Erwachsenenalter in
der niedergelassenen verhaltenstherapeutischen Praxis zu beantworten. Dabei
geht sie von ihrer 12-jährigen Erfahrung mit diesem Störungsbild aus. Die
Themen: „Leitlinien ...“, „Kollateralschäden...“, „Kostenträger...“,
Medikamente...“sowie „unsere Grenzen und Möglichkeiten...“ sollen besonders
beleuchtet werden. Der Vortrag setzt eine Grundkenntnis des Störungsbildes ADHS
voraus.
Ralf
Cramer,
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Verhaltenstherapie;
LVR-Klinik, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn; Leiter der therapeutischen
Dienste. Angestellter Psychologischer
Psychotherapeut und Supervisor in der LVR-Klinik Bonn. Nebenberuflich arbeitet
er als Dozent und Supervisor in unterschiedlichen Ausbildungsinstituten und
ambulanten Einrichtungen. Ralf.Cramer@lvr.de;
Effiziente Supervision
Der Workshop „Effiziente Supervision“ orientiert
sich an einem Strukturmodell der Supervision, das sich an psychologischen und
verhaltenstheoretischen Problemlösemodellen orientiert.
In einer Orientierungsphase erfolgt
durch ein schrittweises Vorgehen die Bestimmung von Problem-, Ziel- und
Mittelanalyse. Nach der Zielbestimmung und Auftragserteilung in der
Orientierungsphase beginnt dann die eigentliche Bearbeitungsphase anhand der
zuvor bestimmten Methoden. Hierbei kann die Multimodalität der
Verhaltenstherapie zum Tragen kommen
Das Konzept eignet sich für
Einzel- und Gruppensupervisionen sowohl im klinisch psychologischen Kontext als
auch für den nicht primär psychologischen Kontext, z. B. Team- und
Einzelsupervision im wirtschaftlichen Bereichen.
Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen
praxisorientierten Leitfaden für Supervisionen anhand konkreter Anliegen zu
vermitteln. Hierzu ist es erforderlich, dass sich zumindest zwei konkrete Anliegen
unter den Teilnehmern finden, die in der Gruppe bearbeitet werden können.
Literatur: Bettina Lohmann
(2004) Effiziente Supervision. Praxisorientierte Leitfaden für Einzel- und
Gruppensuperision. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2004 ISBN 3-89676-877-8
Annelie Dott,
Diplom-Psychologin, Diplom-Sportlehrerin, Psychologische Psychotherapeutin,
Marsdorfer Str. 29, 50858 Köln;
Generationstypische Wahrheit(en),
Kriegskindergeneration versus Kriegsenkelgeneration. Warum Eltern und Kinder sich
nicht verstehen
Kriegskinder mussten schlimme Erfahrungen oder wenigstens die begleitenden
Emotionen abspalten und verleugnen. Kriegsenkel wurden unbewusst beauftragt,
sollten ihre Eltern trösten, stabilisieren oder gar entschädigen ohne die
Abwehr der Kriegsgeneration anzutasten. Eine solche Vorgehensweise entspricht
in der Psychotherapie und Psychoanalyse der stützenden und zudeckenden Methode.
Die zum großen Teil noch von Kriegskindergeneration entwickelten
Traumatherapien gehen diesen Weg. Die bei der Kriegsenkelgeneration notwendige
Trauma-Analyse ist noch wenig bekannt.
Traumatherapie für die
Kriegskindergeneration – Trauma-Analyse für die Kriegsenkelgeneration.
Klinische Aspekte der generationstypischen Wahrheit(en)
An Beispielen aus Praxis und Literatur
Wolfgang Erhardt, niedergelassener
Psychologischer Psychotherapeut, 53115 Bonn, Beethovenstr. 60. Leiter des Instituts
für Essentielle Psychotherapie, Eichkuhle 22, 53773 Hennef, Fon 02242 917 5738;
info@essentielle-psychotherapie.de; www.essentielle-psychotherapie.de
Essentielle Psychotherapie
Essentielle Psychotherapie hat einen
methodenübergreifenden tiefenpsychologisch fundierten Therapieansatz. Sie
arbeitet prozessorientiert mit Elementen aus Psychosynthese, Focusing, VT und
Meditation. Sie wurde von Psychotherapeuten und Meditationslehrern, die
aus überwiegend buddhistischen Traditionen kommen, entwickelt.
Im Workshop können Sie durch
Selbsterfahrungsübungen einen ersten „Geschmack“ der essentiellen
Psychotherapie erleben.
Prof. Dr. Jörg Fengler, Psychologischer
Psychotherapeut, Gruppendynamik-Trainer (DAGG), Supervisor (BDP, DGSv, DGVT,
DVT, KLVT), Lehrsupervisor (BDP, DGSv, GwG, ÄAGG), Coach (DBVC), Balintgruppen-Leiter
(DBG), Fengler-Institut für Angewandte Psychologie. Zur Schneidemühle 6, 53347
Alfter; Fon 0228 645 333, Fax 0228 644 0 653; joerg.fengler@uni-koeln.de; www.fengler-institut.de
Muss es immer Psychotherapie sein?
Kosten und Ertrag von selbst bezahlten Psycho-Maßnahmen
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Fischer, Akademie für Integrative
Psychotherapiewissenschaft Köln www.aiptw.de,
Forschungsleiter Deutsches Institut für Psychotraumatologie DIPT Köln, www.psychotraumatologie.de.
Bernhard Feilchenfeld Str. 11, 50969 Köln
Traumatherapie heute:
Zwischen Symptomunterdrückung und kausaler Psychotherapie
Es
wird die These vertreten, dass die einseitige Konzentration auf ein (möglichst
rasches) Beseitigen von PTSD-Symptomen die (Selbst-)Funktionalisierung der
Patienten verstärken und unmenschliche Verhältnisse in der Gesellschaft
verfestigen kann. Demgegenüber verbindet sich "kausale
Psychotherapie" mit einem Nachdenken über die Ursachen der individuellen
Traumatisierung und gesellschaftlich einem Engagement für Reformen, die
geeignet sind, die Ursachen von Täteridentifikation und Opferbeschuldigung zu
beseitigen. Die Unmenschlichkeit in Traumatherapie und Psychotherapie im
Allgemeinen wird heute vor allem "indirekt" propagiert: Über ein
"erkenntnispathologisches" Evidenzkonzept, das sich von der klinischen
Wirklichkeit immer weiter entfernt. Um solche ideologischen Konstrukte erkennen
und überwinden zu können, müssen Theorie und Behandlung "dynamisch
unbewusster" Tendenzen erweitert werden um die Untersuchung "kognitiv
unbewusster" (Thure v. Uexküll) Strukturen, die als unbegriffene
"Voraus-_Setzung"_
psychotherapeutische Forschung, Theorie und Praxis zunehmend
beherrschen.
Uschi
Gersch, Diplom-Psychologin,
Psychologische Psychotherapeutin, Köln:
Die
Zukunft der Psychotherapie
Neue Einheitsausbildung?, Höhere
Anforderungen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen?, Pay for
Performance?, Ausgleich der regionalen Unterversorgung?
Viele Stichworte beschäftigen uns. Die aktuellen Diskussionsstände und deren
Entwicklung werden dargestellt.
Peter Giesers, Köln; peter.giesers@koeln.de.
Der
heimliche Dritte im Bunde – Die Macht des Geldes in der Psychotherapie
Mein Beitrag versucht, die Psychodynamik des Geldes in der
psychotherapeutischen Behandlung zu beschreiben und anhand von Beispielen zu
demonstrieren, wie sehr das Geld - meist unbemerkt - die
Behandlungswirklichkeit beeinflusst. Es ist m.E. auffallend, wie es das
therapeutische Establishment schafft, das Geld von der Wahrnehmung
fernzuhalten, den Finanzierungskontext quasi undeutbar zu machen, selbst in
Psychotherapien, die ausdrücklich die latenten Sinnstrukturen zum Thema machen.
Barbara
Groth, Diplom-Psychologin, Psychologische
Psychotherapeutin
Der Einsatz von Pferden im Rahmen einer Psychotherapie
- Wann kann es sinnvoll und förderlich sein Pferde innerhalb
einer psychodynamischen Psychotherapie einzusetzen? -
Als psychologische Psychotherapeutin habe ich im Laufe
meinerTätigkeit immer wieder erlebt, dass Patientinnen die in der Therapie erarbeiteten Erkenntnisse
und Zusammenhänge nicht integrieren
oder umsetzen konnten. Mögliche Ursachen dafür können in den Grenzen eines
ausschließlich verbal-orientierten Verfahrens wie der
tiefenpsychologisch-fundierten Psychotherapie, in der Abwehr- oder Ich-Struktur
der Patienten oder in der Beziehung zwischen der Patientin und mir liegen.
In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder Patientinnen
aus meiner
psychotherapeutischen Praxis ans Pferd genommen. Die Erweiterung des Rahmens um das Pferd
bereichert die therapeutische
Beziehung und führt fast immer zu großen
Fortschritten in der psychotherapeutischen Arbeit. Da eine
Veränderung des therapeutischen Settings aber auch Risiken birgt, bin ich sehr genau mit der
Indikationsstellung. Ich will dabei
weder Konflikte vermeiden noch überdecken oder das sichere
therapeutische Arbeitsbündnis in Gefahr bringen.
Im Rahmen meiner Ausführungen will ich darstellen, wie sich
das therapeutische
Setting durch die Einführung des Pferdes verändert und Überlegungen dazu anstellen,
wann die Einbeziehung von
Pferden in die Psychotherapie sinnvoll und indiziert ist.
Anhand kurzer Fallbeispiele soll die Indikation das Pferd
mit einzubeziehen
verdeutlicht und die Entwicklung des Patienten durch den Einsatz des Pferdes
innerhalb der jeweiligen
Psychotherapie beschrieben werden.
Wenn Pferde unter sorgfältiger Beachtung der Risiken und Indikationen in einer psychotherapeutischen Behandlung
eingesetzt werden bedeutet es für diese meist einen großen Gewinn sowohl im Hinblick auf neue
Erkenntnisse und Erfahrungen als auch für die Entwicklung der Patienten. In
welcher Form Patienten von der
Pferdearbeit profitieren ist abhängig von deren
individueller Symptomatik, der jeweiligen Psychodynamik, sowie den individuellen Möglichkeiten und
Fähigkeiten der Patienten sich
auf diese Form der Arbeit und Selbsterkenntnis einzulassen.
Die Arbeit mit dem Pferd bietet vielfältige Möglichkeiten und Chancen wie: Ich-Stärkung durch Ressourcen-Aktivierung,
klaren Kontakt, eindeutige Signale und Grenzsetzung, Realitätsprüfung.
Micha
Hilgers,
Dipl.-Psychologe, Psychoanalytiker DGPT, Grupppenanalytiker DAGG,
Gruppenanalytischer Teamsupervisorg und Organisationsberater DAGG, Roonstr.
13a, 52070 Aachen, 0241 513 995, Sekr.: Drosselweg 2A, 52159
Roetgen-Mulartshütte, 02408 7198066, Fax 02408 7198 065; michahilgers@michahilgers.de; www.michahilgers.de
Arme
und Reiche in der Psychotherapie
Psychotherapie
im Turbokapitalismus: Reiche, Arme und die Befindlichkeit der Behandler
Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Ärztin mit ZB Psychotherapie
Ich arbeitete von 1993 bis 1999 im Kostenerstattungsverfahren als ambulante
Verhaltenstherapeutin mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Einzel- und
Gruppensetting, war als Assistenzärztin in über mehrere Jahre in der
Psychiatrischen Gemeinschaftspraxis Drs. Schuchardt & Holzschneider in der
ambulanten Patientenversorgung tätig. Seit 2000 arbeite ich "nur"
noch psychotherapeutisch in eigener Praxis mit Kassenzulassung für Kinder
Jugendliche und Erwachsene, erwarb 2000 die Zusatzbezeichnung
"Psychotherapie" als Ärztin durch die ÄK-Nordrhein und 2008 die
Zusatzbezeichnung "Homöopathie" des Deutschen Zentralvereins
homöopathischer Ärzten (DZVhÄ). Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne (24 J.,
18 J.).
Ausgehend von der These Anna Freuds „Der Therapeut (Analytiker)
kann alles tun – er muss nur wissen, was er tut“ werde ich einen kurzen Abriss
über die Entwicklung der Therapeutenrolle hinsichtlich der Äußerung emotionaler
Inhalte seit Beginn des 20.Jh. skizzieren.
Darüber hinaus werde ich darstellen, warum gerade der Beruf des
Psychotherapeuten mit so vielen interaktiven Fußangeln versehen ist, die ein
hohes Maß an Achtsamkeit und Klarheit der eigenen Identität erfordern, jedoch
auch gerade den Reiz unseres wundervollen Berufs ausmachen, in dem wir uns
immer wieder selbst in Frage stellen und durch „ authentische Interaktion“ mit
unserem Umfeld und in Form kollegialer Intervision und Supervision stetig
weiter wachsen können.
Ich werde auf die strukturellen Probleme bzw. Aufgaben eingehen: die Sitzung
als „wohldosierte professionelle Zuwendung mit ritualisiertem Spannungsbogen,
damit die Sitzung auch pünktlich beendet werden kann“. Wie kann ich
gleichzeitig den Patienten und die Uhr im Fokus behalten, ohne zu schielen ?
Den zentralen Teil des Workshops soll die inhaltliche Drahtseilakrobatik der
therapeutischen Beziehung einnehmen: nach SCHMIDBAUER gilt das Motto, „dass der
Therapeut echt sein soll und diese Echtheit so zu gestalten hat, dass sie den
therapeutischen Prozess fördert; somit ist er angehalten, keine unangreifbare
und unantastbare Fassade darzustellen, sondern einen fühlenden Menschen. Aber
gleichzeitig hat er diese Gefühle so zu dosieren, dass der Patient nicht
gestört, überfordert, verwirrt oder ausgenutzt wird“.
d.h.: die von FREUD ursprünglich geforderte und von
ihm selbst nicht eingehaltene Abstinenz ist kein festes Regelsystem, sondern
eine Haltung, die garantiert, dass es um die Bedürfnisse des Patienten geht,
die in einer professionell definierten Interaktion berücksichtigt werden
müssen. Die Gefühlsäußerungen des Therapeuten unterliegen einer Auslese, die
der positiven Entwicklung des Patienten dienen soll.
Die Rolle des
Therapeuten ist, den Patienten zu
bewegen und zu versuchen, die Person des Patienten mit allen eigenen Emotionen
wahrzunehmen und daraus Ansätze für Fragen/Vorschläge/Zusammenhänge zu gewinnen
sowie Rückzug in gemeinsame professionelle Reflexion zu bieten, d.h. die Diskussion über die Wirkung des
Therapeuten auf den Patienten möglich zu machen und die Interaktion davon ausgehend
zu optimieren.
Das
Ziel ist somit die Balance aus ZUVIEL (der Therapeut wird als zu nah erlebt,
was ihn als emotional bedürftig erscheinen lässtà wer braucht
hier wen ???) und ZUWENIG (der Therapeut bleibt indifferent-distanziert, der Patient
fühlt sich nicht ernst genommen und „verwaltet“).
Im Anschluss an den
theoretischen Teil möchte ich die Teilnehmer zu einer Gruppensitzung einladen,
wobei die Inhalte durch die Struktur der TZI nach KOHN und der Gruppentherapie
nach FIEDLER getragen werden sollen, gewürzt durch Aspekte der Methode der
Prismatischen Fokussierung nach Prof. A. DREES (Krefeld).
Schmidbauer sinniert zu
diesem Thema: „Verkaufen wir Gefühle, wenn wir lernen, sie abzuwägen und die
Kundschaft manchmal freundlich zu fragen: ´Darf´s auch ein bisserl mehr sein?`“
Dr.med.
Jürgen Junglas,
Diplom-Psychologe, Arzt für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie,
Birlinghovener Str. 39c, 53757 St. Augustin, Fax 02241 3970571, eMail: j.junglas@t-online.de; www.dr-jjunglas.de; www.psychoforum.de.
Irre! Behandeln wir die Falschen?
Lütz
hat mit breiter Medienrezeption die Behauptungen aufgestellt, die Normalen
seien unser Problem und die niedergelassenen Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten würden eher wenig gestörte Menschen behandeln, während für
die schwerer gestörten Patienten kaum Psychotherapieplätze zur Verfügung stehen
würden. Ausgehend von diesen auch bei Patienten interessiert aufgenommenen
Behauptungen will ich in das Tagungsthema einführen und Aspekte der Grundlagen
und der Praxis der Psychotherapie darstellen.
Dr.phil. Karin Junglas,
Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, LVR-Klinik Bonn, Abt. f.
Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn; k.junglas@t-online.de;
www.karinjunglas.de
Ältere Menschen in der Psychotherapie
Die
psychotherapeutische Versorgung älterer Menschen ist nur unzureichend
entwickelt. Besonderheiten und Anforderungen werden dargestellt.
Sabine Kühlich, Diplom-Psychologin, Jazz-Musikstudium mit Master, Langenbergstr.
54, 50765 Köln, Fon 0221 700 9923, mobil 0163 913 9985; www.sabinekuehlich.com/calender.php; sabinekuehlich@googlemail.com
Gesangs-Workshop
Arbeit an Gesang und
Emotionen, Stimmimprovisationen, Circle Songs, inspiriert von Bobby McFerrin,
Swing-Gesang, Gospel mit stimmphysiologischen Erläuterungen. Arbeit mit
„timing“ und groove.
PD Dr. Michael Kusch,
Diplom-Psychologe, Geschäftsführer IGV, Institut für Gesundheitsförderung &
Versorgungsforschung gGmbH, An-Institut der Ruhr-Universität Bochum,
Universitätsstr. 142, 44799 Bochum. Fon 0234 321 1957, Fax 0234 321 4952; michael.kusch@igv-bochum.de; www.igv-bochum.de
LARES und andere Psychosoziale
Behandlungspfade
Mithilfe des standardisierten Programms LARES sollen Psychiater und
Psychotherapeuten bei der Behandlung von psychisch kranken Erwachsenen mit
Kindern erkennen, ob die Kinder selbst Hilfe benötigen. Die Implementation
solcher, in der Theorie hilfreichen Programme, erweist sich in der Praxis als
nicht so einfach.
Psychosoziale Behandlungspfade versuchen, berufsgruppen- und
bereichsübergreifende sinnvolle und ökonomisch effektive Behandlungswege
festzulegen.
Anne M. Lang, Diplom-Psychologin,
Kranken-Behandlung oder
hypno-systemische Veränderungsarbeit?
Vortrag:
Der Vortrag zeigt auf, wie sich
unterschiedliche Prämissen über Veränderung dann konkret in der Praxis der
Psychotherapie auswirken: Prämissen, die unhinterfragt bleiben, aber in den
Kontexten der Anwendung entstehen, die in den Modellen der TherapeutInnen
transportiert werden und die die PatientInnen mitbringen.
Es geht in der Psychotherapie um mehr als um die richtige
Methode, es geht um die zugrunde liegende Philosophie wie Wirklichkeit erzeugt
wird. Diese Wirklichkeitserzeugung kann
problematisch und lebensbewältigender sein. Es geht auch um iatrogene
Effekte und Nebenwirkungen von Psychotherapie.
Veränderung, die in einem Prozess und im Feedback einer
Psychotherapie entsteht, fordert TherapeutInnen und KlientIinnen viel und
unterschiedliches ab. Sie ist aber keine Frage des richtigen Toolinputs. Ich
möchte diese Thesen im Vortrag aus hypno-systemisch Metaperspektive betrachten,
die eben insbesondere dieser Metabetrachtung einbringt.
Workshop:
Hier werden die Thesen im Vortrag in
ihren praktischen Auswirkungen für eine Therapie demonstriert: Welche
grundlegenden Fragen bzw. Antworten sind in einem effektiven Therapieprozess
wichtig? Wie sind Auftrag, Kontext und Prozess zu klären? Warum ist das zentral
wichtig, aber auch schwierig? Welche Bedeutung hat und bekommt die Zielklärung?
Wie sind gewachsene subtil zugrundliegende Haltungen und suggestiv wirkende
Glaubensannahmen bei TherapeutInnen und PatientInnen zu erreichen, damit sie
auf Nützlichkeit hin überprüfbar werden?
Dazu praktische Reflexion, Demonstration , Supervision.
Prof. Dr. Reinhard Maß, Leitender Psychologe, Zentrum für Seelische Gesundheit,
Klinik Marienheide, Leppestr. 65-67, 51709 Marienheide, Fon 02254-24140,
-24143, Fax -24181, reinhard.mass@kkh-gummersbach.de;
www.zsg-marienheide.de; Institut
für Sexualforschung und Sexualtherapie Oberberg.
Renate Bauer
Sexualtherapie
Alexandra Miethner, Diplom-Psychologin, SiSu Coaching
& Training, Aloys-Schulte-Str. 3, 53129 Bonn; Fon 0228 390 804, Fax 390
8405; am@sisu-coaching-training.de; info@pgv-nrw.de;
www.pgv-nrw.de;
Psychologische GesundheitsVersorgung
(PGV) – Vernetzung als Chance
Gerhild von
Müller, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Köln:
Heilung vs. Geld -fishbowl-
In diesem fishbowl soll mit den ReferentInnen des Tages das Thema von
verschiedenen Seiten in einem inneren Kreis diskutiert werden. Die Teilnehmer
können jeweils in den inneren Kreis wechseln und sich beteiligen. Angestrebt
wird eine offene Diskussion, die die verschiedenen Facetten des Thema
beleuchten und gewichten soll.
Frauke Nees,
Diplom-Psychologin. Personzentrierte Gesprächspsychotherapie (GwG) nach
Rogers, Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Reddemann,
Tänzerin. Nach 10 Jahren im klinischen Bereich ging sie für 2 Jahre nach
Argentinien, um sich in Tanz und Theater fortzubilden. Heute arbeitet sie freiberuflich
als Trainerin und Coach für Einzelpersonen und Unternehmen wie z.B. Studiosus
Reisen München GmbH sowie an der Universität Karlsruhe (KIT). www.frauke-nees.de ,
E-Mail: nees-daiber@web.de
Petra Daiber, Diplom-Psychologin,
Ergotherapeutin, Clown. Sie arbeitet freiberuflich als Trainerin,
Moderatorin und Coach für Einzelpersonen und Unternehmen wie z.B. Eurohypo AG,
Siemens VDO Automotive AG, STARTER Berliner Schauspielschule für Film und
Fernsehen, Studiosus Reisen München GmbH und Thomas Cook AG sowie an der
Universität Karlsruhe (KIT). www.petra-daiber.de
, E-Mail: nees-daiber@web.de
Training von Kreativität, Improvisationsfähigkeit und Veränderung mit
Methoden aus dem Clown- und Improvisationstheater
Der Workshop dient der Psychohygiene und
Burnout-Prävention. Der ressourcenorientierte Ansatz ermöglicht durch die
Entwicklung von Kreativität und Spielfreude mehr Gelassenheit und inneren
Abstand in belastenden und schwierigen Situationen mit Patienten. Ein kreativer
Umgang mit dem inneren Kritiker wird erfahren und eingeübt. Dieses Vorgehen dient
der eigenen Stärkung und ist gleichzeitig hilfreich für den Umgang mit
Patienten. Mit einfachen, in sich abgeschlossenen Übungen, mit denen
Schauspieler und Clowns trainieren, werden Kreativität, innovatives Denken und
das Vergnügen, sich auf neues Terrain zu begeben, mit Spaß an der Sache
trainiert. Dies sind die Voraussetzung für die Erschließung neuer Wege auf
beruflicher wie auf persönlicher Ebene. Die Stärkung des kreativen Potentials
und der Improvisationsfähigkeit sowie das Verlassen eingefahrener Denk- und
Handlungsmuster sind Ziele des Trainings. Die Perspektive des Clowns ermöglicht
dabei, Fehler als Chance zu betrachten und die dabei frei werdende Energie in
neue Denkmuster zu transformieren, um unbekannte Situationen flexibel und
entschlossen zu meistern. Humor ermöglicht Gelassenheit und Souveränität.
Selbstvertrauen, Motivation und Zusammenarbeit werden gefördert. Für eine freie
Entfaltung und Nutzung dieser Fähigkeiten und inneren Ressourcen ist es
wichtig, den ausgetretenen Weg des gewohnten Denkens und Handelns zu verlassen,
also überholte Denkstrukturen zu durchbrechen und herrschende Routinen in Frage
zu stellen, eine positive Einstellung zu Fehlern zu bekommen und Fehler als
eine wertvolle Quelle von Information zu sehen den Instinkt zu überwinden,
alles beim Alten lassen zu wollen und zu trainieren, sich verändern zu lassen.
Klaus Niel, Diplom-Psychologe, Marsdorfer Str.
29, 50858 Köln, Fon 0221 50077277, Fax 5007278;
Was gibst Du mir, wenn ich Dir helfe?
Derart unverblümt kommt im Märchen der Helfer zum geschäftlichen Teil seines
Hilfsangebotes. Können, dürfen, sollen Helfer für ihr Tun so offen eine
Gegenleistung einfordern? Nach einem Blick auf unsere Therapeutensituation und
darauf, dass es durchaus erlaubt sein darf, Märchen für diese Betrachtung
heranzuziehen, unternehmen wir einen Streifzug durch die verschiedenen Formen
der Hilfeleistungen und Gegenleistungen. Dabei sind Helfer und Hilfesuchende
sowie die Hilfe als Nutzen und Eigennutz, oft gar nicht so eindeutig zu
unterscheiden, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wo steckt die wahre
Hilfe?
In Anknüpfung an den Vortrag soll ein Märchentext eingehend exemplarisch
analysiert und für die Praxis nutzbar gemacht werden.
Martin
Petelkau, Diplom-Psychologe, Justizvollzugsanstalt
Lingen, martin.petelkau@justiz.niedersachsen.de
Naikan und Jin Shin Jyutsu in der
Psychotherapie
Jin Shin Jyutsu bietet auf einfache Weise die
Möglichkeit, den körpereigenen Energiefluss mehr in ein natürliches
Gleichgewicht zu bringen. Auch Fühlen und Denken lassen sich damit gezielt
harmonisieren. Jin Shin Jyutsu ist die Weiterentwicklung von Handgriffen, die
intuitiv schon jeder Mensch nutzt. Die behutsamen Griffe sind bei sich wie
auch bei anderen anwendbar und risikolos an Klienten vermittelbar.
Naikan, zu deutsch „Innenschau“, möchte eine Versöhnung mit der eigenen Biografie und eine aktivere Verantwortungsübernahme in der Lebensführung ermöglichen. Ein Kurs dauert sieben Tage und orientiert sich an wenigen aber klaren Regeln; Naikan ist aber auch in alltagstauglicher Kurzform nutzbar, etwa in der Paartherapie. Es unterscheidet sich deutlich von Psychotherapien, scheint aber ähnliche Wirkfaktoren zu aktivieren.
Der Einstieg in diese Methoden wird theoretisch und mit Übungen vermittelt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich aber hilfreich (zumindest Begriffe "googlen"), Handouts werden gestellt.
Xenia
Scherz, Diplom-Biologin, Bad Honnef; scherz@wundernatur.de; www.wundernatur.de;
Wanderung auf den Drachenfels
Der Drachenfels gilt als der meist bestiegende Berg Deutschlands. Was suchen
die Menschen dort droben? – und was finden sie?. U.a. eine große biologische
Artenvielfalt, eine romantische Drachenburg und das Gefühl der Erhabenheit über
die Kleinheiten des Lebens. Sie können das Wandererlebnis am eigenen Leib
erfahren und werden dabei in einer NaturErlebnisTour alles erläutert bekommen,
was sie erfahren. Die Wanderung dauert ca. 1,5 - 2 Stunden
Literatur: Ulrich Bartmann (2009), Laufen und Joggen für die Psyche.
Dgvt-Verlag, Tübingen
Vortrag: Heilen oder Trösten?
Kassenfinanzierte
Psychotherapie bedeutet, Kranke nach Möglichkeit zu heilen. Wir alle kennen
erfolgreiche Psychotherapien, bei denen sich die Beschwerden nach mehr oder
weniger langer Zeit deutlich bessern oder verschwinden, man könnte also meinen:
wir können heilen. Aber diese Patienten mit guten Erfolgsaussichten sind meist
solche, wie auch sonst erfolgreich im Leben dastehen und von denen wir wissen,
dass sie auch ohne Therapie ihre Schwierigkeiten oft gut überwinden können.
Andererseits kennen alle die schwerer chronisch Kranken mit verschiedenen
Formen von Persönlichkeitsstörungen, die trotz langer und wiederholter
Psychotherapien sich nie zu ändern scheinen. Trotzdem ist auch für diese
Menschen unser Therapieangebot attraktiv und die allermeisten Kollegen sind
voll beschäftigt. Voraussetzung hierfür ist aber, dass unser spezifisches
Angebot, sei es Heilung oder etwas anderes, für unsere Patienten keine Kosten
beinhaltet. Ich wäre mir sicher, dass ohne die Kassenfinanzierung die
bestehende psychotherapeutische Versorgung in Deutschland niemals in dieser
Form weiter existieren könnte. Ich möchte behaupten, dass das, was wir täglich
tun, letztlich nicht Heilung ist, sondern einer spezifischen Funktionen
entspricht, die uns in den letzten Jahrzehnten in der Gesellschaft zugewiesen
worden ist. Wir stehen Menschen bei, sind mit ihnen solidarisch und ergreifen
Partei für sie, wir bemühen uns, emphatische Gesprächspartner zu sein und
füllen somit eine Lücke, für die viele vereinsamte Großstadtmenschen sonst
keine Lösung wissen. Das ist für viele kostbar und unersetzlich.
Während
aber eine auf „Heilung“ abzielende Behandlung in allen Schulen immer
Veränderungsbereitschaft, Eigenverantwortlichkeit und Erwachsenwerden fordert, wollen
viele so bleiben, wie sie immer waren und klagen andere an, die sich ändern
müssten. Gerade in dieser Haltung wünschen sie sich Unterstützung in ihrer
Psychotherapie. Der gekränkte Narzissmus sucht Trost. Damit haben wir eine
wertvolle „Ware“ anzubieten!
Workshop: Wahrheiten für Narzissten
Der
Workshop soll einem Erfahrungsaustausch dienen. Aufgrund eigenen Fallmaterials
des Referenten sollen Behandlungen unter den im Vortrag dargestellten Aspekten
diskutiert werden. Herausgearbeitet werden soll ein „typischer“ Patient einer
psychotherapeutischen Praxis: im mittleren Alter, chronisch depressiv da schwer
und nachhaltig narzisstisch gekränkt durch Dauerarbeitslosigkeit. Die
Rückzugssymptomatik schützt einerseits vor erneuter Kränkung und Scham,
zementiert aber andererseits die Arbeitslosigkeit wie auch die insgesamt von
perspektivloser Leere bestimmte Lebenssituation dauerhaft. Welche „Ware“,
welche „Wahrheiten“ können wir einer solchen Person bieten?
Dr.med.
Bertram von der Stein,
Köln; dr.von.der.stein@netcologne.de
Heuchelei
in der Psychotherapie. Gutmenschentum, falsches Selbst, Moralismus,
Therapiekitsch und Wirklichkeitsverleugnung in Therapien
Grenzen der Symbolisierung; die Metabene
als Behandlungswiderstand.
Fallbeispiele gescheiterter Psychotherapien aus Klinik und Praxis.
Dr.med.
Rolf Tüschen,
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, LVR-Klinik Bonn, Abt.f.
Gerontopsychiatrie und –psychotherapie, Kaiser-Karl-Ring 20, 53111 Bonn:
Ambulante
Psychotherapie – keine Ware für Ältere?
Die
Übertragung des jüngeren Therapeuten und seine Abwehr
Irene Vigener, Köln, freischaffende Künstlerin,
Meisterschülerin bei Michael Schoenholz; irenevigener@googlemail.com
Kunstworkshop, Bildhauerkurs
Bearbeitung eines Kalksteins. Maximale Teilnehmerzahl 7. Auf Wunsch kann der
Kurs am Nachmittag fortgesetzt werden.
Jürgen Vogt, Diplom-Psychologe, Psychologischer
Psychotherapeut, Historiker, Köln
Zur Sozialanalyse. Die Deutsche
Gesellschaft für Sozialanalytische Forschung
Die DG (Deutsche Gesellschaft für
Sozialanalytische Forschung e.V.) entstand 1963 im Zusammenhang mit der
Lehrtätigkeit von Frau Prof. Edeltrud Meistermann-Seeger an der wirtschafts-
und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Die Arbeit
dieser Gesellschaft wurde und wird wesentlich von dem Interesse getragen, wie
mit Hilfe der Psychoanalyse über die
individualtherapeutischen Möglichkeiten hinaus gesellschaftliche Prozesse
verstehbar gemacht werden können.
Die sozialanalytische Methode befasst sich mit der
Aufdeckung sozialer und ökonomischer Tatbestände und gesellschaftlicher
Abläufe. Sie verbindet soziologische mit psychologischen und psychoanalytischen
Erkenntnismethoden.
Die Sozialanalyse beruht auf Gruppenarbeit,
Gruppenbeobachtung und Gruppenkontrolle. Dabei ist der primäre Zweck die
Aufdeckung unbewusster Hintergründe sozialer Tatbestände.
Bei der Berührung des einzelnen mit seinem Gesellschaftsraum
und der Bewegung in diesem Raum entstehen Krisen, die aus der individuellen
Lebensgeschichte stammen, und erst in Gruppen Konflikte hervorrufen. Sie werden
in dem gesamten Gesellschaftsraum des einzelnen relevant, da der einzelne sich
in seinen Gesellschaftsraum verflochten und verschmolzen spürt.
Die Sozialanalyse ist ein Instrument zur Wahrnehmung unbewusster gruppischer Prozesse, die sich in
den sozialen Tatbeständen abspielen.
In dem Vortrag soll auf die Arbeit der DG eingegangen werden
und die Methoden der Bearbeitung relevanter Themen an Beispielen verdeutlicht
werden
Dr. Dr. Bernhard Wegener, Berlin
„Nutzt den Patienten
der Schulenstreit“ –fishbowl –
Es
ist gedacht, in diesem
abschließenden gemeinsamen Gespräch das während der Tagung Wahrgenommene, Empfundene, Gelernte noch
einmal zu überdenken, gemeinsame Standpunkte und Differenzen zu reflektieren.
Nur
als Anregungen: Was ist noch von den
früheren ideologischen Streitereien der Schulen geblieben? Ist die
Psychoanalyse das Gold und alles andere Blech? Sind Verhaltenstherapeuten
Technokraten? Was ist „tief“, was „flach“ in der Psychotherapie?Was ist
effektiv? Sind nur die kassenzugelassenen Verfahren wissenschaftlich und bewährt? Welche Rolle spielt
der Eklektizismus? Was ist das therapeutische Agens? Wille der Patientin :
Wille der Therapeutin? Welche Rolle
spielt die Erfahrung? Therapiegefälle
oder Dialoge?